Wie lernt der Hund?

Unsere Hunde lernen durch Verknüpfungen und Erfahrungen und sehr schnell über die positive Verstärkung. Falsches Verhalten hingegen wird einfach ignoriert oder ggf. durch ein Unterlassungskommando (Nein, Pfui oder Aus) unterbunden. Strafe oder gar Schlagen ist kein sinnvolles Mittel, um einem Hund etwas beizubringen.

Ich selbst bin ein Verfechter der positiven Verstärkung bei der Arbeit mit Hunden. Die sog. positive Verstärkung heißt, dass der Hund für das richtige Verhalten sofort durch Lob, Streicheln, Spielen, den Clicker, seine Beißwurst oder auch durch ein Leckerchen bestätigt wird.

Ich möchte Ihnen den Übungsaufbau am Beispiel des Kommandos „Sitz“ hier mal verdeutlichen. Viele Hundehalter versuchen beim Lernen des Kommandos „Sitz“, den Hund mit der Hand nach unten ins Sitz zu drücken.

Nicht herunterdrücken!

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Der Hund reagiert durch Gegendruck oder auch mit Ausweichen aus der für ihn unangenehmen Situation, wobei er auch gar nicht weiß, was er machen soll. Viel einfacher ist es, dem Hund, wenn er vor Ihnen steht ein Leckerli vor die Nase zu halten und dieses nach oben und gleichzeitig nach hinten zu bewegen.

Sitz richtig beibringen!

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1. Durch das Überstrecken des Halses nach oben, wird der Hund sich schnell hinsetzen.

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2. Genau in dem Moment, wo der Hund das Sitz ausführt, erhält der Hund sofort das Leckerlie.

Diese Übung wiederhole ich mit einem jungen Hund ca. 5-10 mal und beende das Üben mit einem besonders guten oder sogar mit 3-4 Leckerlis.

Für den Hund bedeutet dies ein sogenannter Jackpot und das Sitz wird ihm bis zur nächsten Übung in positiver Erinnerung bleiben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das Kommando „Sitz“ noch nicht einmal gebraucht, sondern habe den Hund unbewusst das Sitz lernen lassen.

Erst bei der zweiten oder dritten Übungseinheit verwende ich nun das eigentliche Kommando, während ich wiederum durch meine einfache Handbewegung den Hund dazu bringe, sich hinzusetzen. Durch das Kommando „Sitz“ und meiner darauf wiederkehrenden Handbewegung verknüpft der Hund nun das Kommando mit seinem Hinsetzen.

Sie werden merken, dass sich Ihr Hund während des Übens immer öfters schnell und freudig vor Sie hinsetzt, damit Sie sein Sitz belohnen. Da der Hund das Sitz jedoch selbstständig ausgeführt hat, ohne dass wir ihn dazu aufgefordert haben, wird dieses selbstständige Hinsetzen nicht belohnt. Er wird nur für ein Sitz bestätigt oder belohnt, wenn wir ihn dazu auffordern – also ihm das Kommando dazu geben.

Kommandos sollten für den Hund eindeutig, kurz, immer wieder gleich lauten und in der selben Stimmlage gegeben werden.

Ein „Sitz“ heißt also nicht „Hinsetzen“, „mach Sitz“, „und Sitz“ oder „Du sollst Dich doch hinsetzen“ lauten. Der Hund wird so das Kommando nicht verstehen, sondern muss es oft erahnen oder aus den vielen Beiwörtern heraushören!

Und nun viel Spaß beim Üben!

© Michael Plotzki · www.vistadogs.de